Anne Emery
*1958 in Paris
Französische und Schweizerische Nationalität
Ausbildung
1983 – 1986 Ecole Nationale Supérieure des Arts Décoratifs, Paris
1974 – 1978 Ecole Nationale Supérieure des Arts Appliqués et des Métiers d’Art, Paris
Einzelausstellungen (Auswahl)
2011 Galerie Charlotte Norberg, Paris
2009 Galerie Charlotte Norberg, Paris
2009 Galerie Susanna Rüegg, Zürich
2007 Galerie Susanna Rüegg, Zürich
2004 Médiathèque, Saint-Grégoire
2004 Galerie Stephan Witschi, Zürich
2002 Ambassade de Suisse, Paris
2001 Espace Confluences, Paris
Gruppenausstellungen (Auswahl)
2011 Salon du dessin contemporain, carrousel du Louvre, Paris
2010 «dernière» Galerie Susanna Rüegg, Zürich
2010 «Juste de passage» Le 19 centre régional d’art contemporain, Montbéliard (FR)
2010 «Ce qui les rapprochait alors… » Galerie Charlotte Norberg, Paris
2009 69e Bienale de la Société des amis du Musée des beaux-arts de La Chaux-de-Fonds
2009 «Slick – Foire d’art contemporain» Galerie Charlotte Norberg, Paris
2008 «Petits formats» Galerie Charlotte Norberg, Paris
2008 Exposition Jeanne Lombard, Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel
2008 Everydaysgallery, Room 01, Paris
2008 Everydaysgallery, Room 00, Paris
2007 68ème Bienale de la Société des amis du Musée des beaux-arts de La Chaux-de-Fonds
2004 Triennale di Milano, concours Lexmark
2003 Grosser Preis für Malerei der Stadt St. Grégoire
Auszeichnungen (Auswahl)
2006 Artist in Residence am Schweizer Institut in Rom
2004 Artist in Residence in Maloja
2003 Preis mit Auszeichnung am 17. grossen Preis für Malerei der Stadt St. Grégoire
2001 Förderbeitrag der UBS Kulturstiftung, Schweiz
Amélie Pironneau über Anne Emery
«…Sehen, das ist Haben auf Distanz…»
(Maurice Merleau-Ponty)
Was kann Malerei, was das mechanische Bild nicht kann? Anne Emery nimmt dieses als Ausgangsmaterial ihrer bildnerischen Arbeit und erforscht, inwieweit die Malerei Zeit darzustellen vermag.
Welche Zeit? Zuerst die Zeit des künstlerischen Shaffens: das Malen vollzieht sich in einer Dauer. Wie das Denken schreibt es sich in der Langsamkeit ein. Die erste Handlung besteht darin, das Videobild in den Bildraum hinübergleiten zu lassen. Es verwandelt sich und verliert die Merkmale eines duplikats des Realen. «[I]n Malerei wiederhergestellt» (A.E.) wird es zu etwas anderem. In dieser Phase des Ausprobierens sollen Bilder unterschiedlicher Beschaffenheit zusammenkommen, um «überlagerungen» zu erzeugen, welche die Lesbarkeit des Bildes verzögern. Dann stellt Anne Emery aus den kleinformatigen Lein-wänden «Folgen von Momenten» zusammen. Sie konstruiert damit nicht eine einheitliche Zeit sondern ein Verhältnis von Zeiten. Nicht die Einheit des Raums sondern seine Parzellierung. Keine feste Ordnung, nichts Erzählerisches, damit das Auge frei zirkuliert: eine «montage» bildhafter Art.
Für Anne Emery ist Malerei das Mittel einer genauen und persönlichen Darstellung von Zeit.
Sie setzt dabei alle Möglichkeiten ein, von der Figuration bis zur Ungegenständlichkeit, um Zeichen zu erfinden, welche diese Zeit andeuten.
Formen mit verwischten Umrissen, Formen, die in der Tiefe der Bildebene verdeckt oder schwebend erscheinen, wie unter Schichten der Erinnerung. Fragmente von Körpern oder Gegenständen wie auch veränderte Spuren dessen, was nur noch in der Distanz erscheinen kann, was die Sehnsucht aber in der Form einer unbestimmten Möglichkeit wieder zu greifen sucht. Unstete Formen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft.
Es sind Bilder der Zeit, einer menschlichen Zeit, welche die blosse Existenz besiegt.
Unbewegte Bilder: Malereien die uns im Moment des Hinschauens ihrem Rätsel aussetzen.